Schulprobleme

Hoher Leistungsdruck, volle Terminkalender prägen heutzutage schon früh das Leben unserer Kinder. Neben der Familie und Gleichaltrigengruppe gehört die Schule zu den drei wichtigsten Sozialisationsfeldern von Kindern und Jugendlichen. Jedoch berichten immer mehr Eltern über Schulprobleme ihrer Kinder und der Angst, dass aus ihnen nichts mehr werden würde. Dieser Artikel hat die Absicht, Sie für das Thema Schulprobleme und deren Hintergründe zu sensibilisieren und zum Nachdenken zu bewegen.

Frühförderung: ein Aspekt der Schulproblematik von heute und morgen

Schulische Probleme beginnen nicht erst mit dem Schuleintritt, sondern entwickeln sich meist schon im Kindergarten/Krippe. Ganz groß im Kommen ist die Frühförderung, genauer gesagt die Bilinguale Erziehung und Babyzeichensprache. Beim erstgenannten lernen Neugeborene spielerische Vokabeln kennen, die ihnen eine gute Ausgangsposition für den späteren Schuleintritt ermöglichen sollen. Die Babyzeichensprache ermöglicht es schneller sprechen zu lernen. Selbstverständlich zeigt das Baby bei allem, was ihm angeboten wird, Interesse, denn es findet es spannend zu singen, Lieder zu hören und mit Mutter und Vater etwas zu unternehmen. Allerdings: Der Spaß hört schnell auf, wenn Kinder Druck spüren. Zum Beispiel den, dass die Eltern den Kurs aus Angst vor späteren Schulproblemen gebucht haben.

Als ich das erste mal davon gelesen habe,fragte ich mich, welchen Nutzen es für das Kind haben  sollte, eine Sprache zu lernen, die zu Hause nicht gesprochen wird? Wozu soll es also etwas lernen, was es später so nicht mehr gebrauchen wird?

Fehlendes Körpergefühl und Potentialhemmung

Besonders Jungs sitzen schon sehr früh vermehrt vor dem Fernseher oder der Spielkonsole. Das Problem ist, sobald ein Kind vor einem Fernseher sitzt, spürt es den Körper nicht mehr. Es wird nicht laufen, umher springen, nicht balancieren, schon gar nicht auf Bäume klettern. Gerade Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Balancieren und koordinative Bewegungen einen positiven Einfluss auf mathematische Grundlagen haben.

Aber nicht nur das fehlende Körpergefühl, sondern auch die Unterdrückung der Potentiale unserer Kinder tragen dazu bei, dass Lernen Schwierigkeiten bereitet. Damit meine ich nicht die Planung von z.B. Kinobesuchen oder Sportveranstaltungen. Sondern, so meine Erfahrung mit Kindern auf Verdacht auf ADHS, gemeinschaftliches Erkunden und Experimentieren, wie z.B. ein Baumhaus zu bauen, einen Garten anzulegen, oder einfach mal dem Forscherdrang des Kindes beim Waldspaziergang nachzugehen.

Kinder sind Gestalter und Entdecker

Aber was hat gestalterische Tätigkeit mit Schule zu tun? Der Eingangssatz bei diesem Artikel lautet:

hoher Leistungsdruck, volle Terminkalender prägen heutzutage schon früh das Leben unserer Kinder.

Das kann mitunter die Schwierigkeit sein, mit der viele Kinder in unserer heutigen Gesellschaft schwer zu recht kommen. Die Folgen sind Überforderung, Unsicherheit und Angst vor Versagen. Erste Alarmzeichen können u.a. Schlafstörungen, Fingernägelkauen oder Konzentrationsprobleme sein. Warum fällt es unseren Kindern schwer, sich in dieser Welt mit einer gestärkten Persönlichkeit zu positionieren und zurecht zu finden?

Unsere Kinder erhalten kaum noch die Möglichkeit, eigenständige Erfahrungen zu sammeln. Kinder müssen schon sehr früh funktionieren und bekommen heutzutage gar nicht erst die Chance, sich in der Familie ihren festen Platz zu sichern. Früh aufstehen, bereits jeden Morgen das Haus verlassen (gebracht werden), alles immer in der „Herde“ erleben, Langeweile darf überhaupt nicht mehr aufkommen, Kinder sollen immer beschäftigt sein. Da bleibt auch kaum noch Zeit, um Erlebtes verarbeiten zu können.

Medienkonsum und seine Folgen

Aktivwerden findet gerade bei Kindern kaum noch im gegenseitigen Austausch sondern zunehmend immer mehr vor dem Bildschirmen statt, und das fördert Kinder zu passiv Konsumenten. Die heutigen Medien stellen aber auch einen Wissensspeicher da: Man kann mit ihnen recherchieren, gestalten und sie als Informationsquelle nutzen. Schwierig wird es erst dann, wenn der PC benutzt wird, um seinen Frust loszuwerden oder mit einem Knopfdruck die Langeweile zu vertreiben, ohne selbst aktiv zu werden.

Ein Kind sollte lernen, mit Gleichaltrigen an Projekten zu arbeiten, sich dafür begeistern zu können, eigene Impulse und Frustrationen kontrollieren zu lernen sowie Verantwortung für sein tun zu entwickeln. Durch das Zusammenarbeiten lernen Kinder spielerisch sich selbst zu disziplinieren und aus eigener Motivation heraus zu lernen. Langfristig fördert man so das Lernen lernen, da dies aus eigenem Antrieb heraus geschieht.  Dazu ist es erforderlich ihm die Möglichkeiten zu geben, in seinem Lebensraum viel entdecken zu können und weniger vorzugeben.

Leidet auch Ihr Kind an Schulproblemen und wissen Sie nicht mehr weiter, nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf, gemeinsam finden wir eine Möglichkeit, Ihrem Kind und ihrer Familie zu helfen.

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